Was macht ein Akustik Ingenieur?

Das Thema Akustik beschäftigt sich immer mit der Übertragung von Geräuschen. Als Akustik-Ingenieur liegt der Einsatzbereich überwiegend in der Reduzierung des sogenannten Rauschens. Damit sind unerwünschte Nebengeräusche gemeint. Diese können in Gebäuden und technischen Bauteilen entstehen. Da Akustik auch als Schallwissenschaft bezeichnet wird, bemüht sich der Ingenieur, die unerwünschten Geräusche zu reduzieren. Die gewollten Klänge werden hingegen auf baulicher Grundlage verstärkt.

Ein Opernhaus benötigt eine Akustik, die den Zuhörern auf allen Plätzen die Klänge der Musik erlebbar macht. Dazu werden die Materialien verbaut, die möglichst wenig von dem Klang schlucken. Gleichzeitig soll das leise Tuscheln der Zuschauer nicht weit gehört werden. Die Schallwellen der Musik sollen also zu dem Publikum getragen werden. Unerwünschte Geräusche werden durch die Ausrichtung der Materialien geschluckt. Das ist ein Bereich, in dem ein Akustik-Ingenieur im Bauwesen tätig werden kann.

Wird eine Stelle im Straßenbau angenommen, beschäftigt sich der Ingenieur mit der Reduzierung des Lärms. Dieser wird durch die Fahrzeuge verursacht. Er kann durch die Errichtung von Mauern für die Anwohner erträglicher werden. Die Ausrichtung und Materialien müssen immer auf den jeweiligen Ort entsprechend abgestimmt werden.

Akustik-Ingenieure können auch in der Produktion von Geräten eingesetzt werden. Sie werden für die Übertragung von Schallwellen produziert. Kopfhörer und Lautsprecher sollen die Klänge angenehm verbreiten. Verschiedene Produkte sind in der Lage, Außengeräusche zu absorbieren. Andere lassen sie zu einem gewissen Maße hörbar. Diese Techniken werden von Akustik Ingenieuren entwickelt.

Wer diesen Beruf einschlagen möchte, wird ein entsprechendes Studium beginnen. Das Grundstudium sollte ein ingenieurwissenschaftlicher oder naturwissenschaftlicher Studiengang sein. Nachdem diese abgeschlossen wurden, wird oft noch mindestens ein Jahr Berufserfahrung benötigt, um mit dem Studiengang zum Akustikingenieur beginnen zu dürfen. Einige Hochschulen behalten es sich vor, die Bewerbungen speziell auf ihre Eignung zusätzlich zu prüfen. Dieses Studium ist damit zumeist nur als Masterstudiengang möglich.

Die Themen setzen sich aus verschiedenen Inhalten zusammen, die sich mit dem Thema Akustik beschäftigen.

  • Technische Akustik und Schwingungslehre werden als Grundlagen behandelt.
  • Messmethoden und Psychoakustik werden ebenso durchgenommen.
  • Mit numerischen Methoden wird die Berechnung von akustischen Reizen berechnet. Lärmminderung und die unterschiedliche Akustik diverser Körper und Räume sind auch ein wichtiges Thema.
  • Die Akustik von Fahrzeugen und Geräusche der Luftfahrt stellen Inhalte dar, die zum Ende des Studiums ebenfalls erlernt werden.

Die Vielfältigkeit der Ansätze verdeutlicht, dass nach dem Abschluss in den verschiedensten Bereichen Arbeit gefunden werden kann.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Masterstudiengangs kann ein Arbeitsplatz als Akustik Ingenieur aufgenommen werden. Die Verdienstmöglichkeiten unterscheiden sich nach dem Ort und dem jeweiligen Arbeitgeber. Insgesamt gesehen liegen die monatlichen Einkünfte zwischen 4.000 € und 6.000 €. Damit ist ein Verdienst möglich, der sich weit über dem Durchschnitt befindet.

Das Abitur ist für gewöhnlich der erste Abschluss, den ein Mensch benötigt, um an einer Hochschule zu studieren. Personen, die sich für das Thema Akustik und Hören interessieren, können aber auch auf einem anderen Weg diesen Zugang finden. Mit dem Erreichen der Mittleren Reife kann eine Ausbildung zum Hörakustiker begonnen werden. Während der dreijährigen Ausbildung erfahren die Lernenden, wie das Hören funktioniert. Sie erlernen, wie mit moderner Messtechnik das Hörvermögen eingestuft wird. Das Fertigen und Anpassen von Hilfsmitteln ermöglicht ihnen, die Kunden entsprechend zu beraten. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum Hörakustiker wird dann der Gesellenbrief ausgestellt. Der Meisterbrief kann mit einigen Jahren Berufserfahrung ebenfalls erworben werden. Wer im Anschluss daran erkannt hat, dass ein wissenschaftliches Studium ein nächstes Ziel ist, kann sich direkt an einer Hochschule bewerben.

Es gibt viele Berufe, die sich ebenfalls mit dem Thema Akustik beschäftigen. Immer dort, wo Schallwellen auf das Ohr treffen, werden sie wahrgenommen. In jedem dieser Bereiche können Akustik Ingenieure später aktiv werden.

Innenausbau:

Jeder Mensch, der einen Auszug hinter sich gebracht hat, kennt das Erlebnis. Das letzte Bild und die Möbelstücke wurden entfernt und sofort klingt jedes Geräusch deutlich lauter. Es hallt in den Räumen. Entsprechend können Flure und Treppenhäuser, in denen keine Objekte stehen dürfen, unangenehm laut wirken. Mit der passenden Struktur an der Wand und der Decke werden die Geräuschemissionen erheblich vermindert.


Ausstellungsräume, in denen sich viele Menschen bewegen, profitieren ebenfalls von dieser Technik. Das Sprechen der Menschen wird nur noch als leises Gemurmel wahrgenommen.

Maschinenbau:

Es gibt Geräte, die nur dann als effektiv gelten, wenn der Motor laut zu hören ist. Staubsauger sind ein Beispiel dafür. In Versuchen wurde herausgefunden, dass laute Staubsauger als wirkungsvoller empfunden werden. Daher wird das Geräusch der Maschine vom Hersteller entsprechend gestaltet. Andere Maschinen müssen so gebaut werden, dass der Lärm vom Gehäuse vermindert wird. Der Umgang mit den lauten Geräuschen wäre auf die Dauer gesundheitsschädlich. Welche Materialien dazu eingebaut werden, wird auch von Akustik Ingenieuren vermittelt.

Straßenbau:

Damit der Verkehr für die Anwohner erträglich ist, muss neben den Abgasen auch der Lärm abgefangen werden. Flüsterasphalt ist geht auf eine Entwicklung zurück, die von Ingenieuren mit Wissen im Bereich der Akustik entwickelt wurde. Randstreifen, die mit einer entsprechenden Struktur ausgestattet sind, verhindern das versehentliche Verlassen der Straßen. Plötzlich einsetzendes Dröhnen bewirkt, dass Fahrer oder Fahrerin aufmerksam werden. Das Auto wird in die Spur gelenkt und Unfälle verhindert.

Fazit:

Ingenieure, die sich im Bereich der Akustik weiterbilden lassen, können in den verschiedensten Metiers eingesetzt werden. Dort arbeiten sie mit den unterschiedlichsten Gewerken zusammen. Sie entwickeln Materialien und Techniken, die für den Menschen Sicherheit und Wohlbefinden bedeuten können. Durch geringere Geräuschemissionen wird auch die Tierwelt geschützt. Die Personen mit einem Abschluss als Akustik Ingenieur können damit zwischen vielen Fachbereichen auswählen.